Die ganze Badminton-Schweiz drückt die Daumen: Hopp Jenny und hopp Tobi

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Die ganze Badminton-Schweiz drückt die Daumen: Hopp Jenny und hopp Tobi

Achtung, fertig, los: Jenny Stadelmann und Tobias Künzi starten am Sonntag mit Knaller-Partien ins Olympiaturnier.

Der 28. Juli 2024 wird in jedem Fall in die Schweizer-Badmintongeschichte eingehen. Nur ganz selten spielen zwei Cracks von Swiss Badminton am gleichen Tag gegen Top-Ten-Konkurrenz und schon gar nicht auf der grössten Bühne, welche diese Weltsportart bietet.

Den Anfang macht um 11 Uhr Tobias Künzi. Der Aargauer, der sein Olympia-Ticket buchstäblich in letzter Minute löste, trifft auf den Chinesen Li Shi Feng. Dieser ist deutlicher Favorit in der Gruppe N. Einerseits, weil er mit Platz 6 in der Weltrangliste und ebenfalls Platz 6 in der Setzliste am deutlich höchsten eingestuft ist, andererseits aber auch wegen seinem reichen Palmarès: In diesem Jahr erreichte er den Final am Singapore Open und den Halbfinal am Indonesia Open. Im Vorjahr triumphierte er beim prestigeträchtigen All England in Birmingham, 2022 bei den Asian Games und auch auf der Olympia-Bühne fühlt er sich wohl: 2018 gewann er Gold an der Jugend-Olympiade.

Auf Augenhöhe kündigt sich das zweite Duell an – Künzi trifft auf den Nigerianer Anuoluwapo Juwon Opeyori. Dieser ist die Nummer 1 des Kontinents Afrika und hat heuer in Uganda den späteren EM-Halbfinalisten Joakim Oldorff (FIN) bezwungen. Künzi weiss, wie man ihn bezwingt: Der Aargauer setzte sich 2021 in Spanien in zwei Sätzen durch.

Schon wieder Carolina Marin…

Am Abend dürfen die Schweizer Fans auf einen Spannungszustand hoffen, den sonst in jenen Stunden allenfalls der «Tatort» erreicht. Jenny Stadelmann wird um 19.30 Uhr Carolina Marin fordern, die Ikone des europäischen Badmintons und einzige nicht-Asiatin in den Top Ten.

… man kann aber auch sagen: schon wieder Jenny Stadelmann

Auch die Spanierin hatte allerdings beim Betrachten der Auslosung ein Déjà-vu: Bereits zum vierten Mal innert weniger als zwei Jahre trifft sie auf die Ostschweizerin und obwohl sie im Direktvergleich 3-0 führt, hat sie nicht nur gute Erinnerungen – in allen drei Duellen konnte Stadelmann mit ihr bestens mithalten und jeweils einen Satz gewinnen.  Die 31-jährige Linkshänderin aus Huelva wird die Schweizer Nummer 1 keinesfalls unterschätzen, die Weltnummer 4 ist vom ultimativen Ziel beseelt: dem zweiten Olympia-Gold nach Rio 2016.

Auf dem Papier deutlich besser stehen die Erfolgschancen anschliessend im zweiten Spiel gegen Rachael Darragh. Die Irin ist zwar in der Weltrangliste aktuell vor Stadelmann klassiert, diese hat aber schon oft bewiesen, dass sie besonders gerne auf grossen Bühnen spielt.

Der Weg aus der Gruppenphase in die Achtelfinals ist sehr steinig – nur die Sieger:innen der jeweils 13 Gruppen kommen weiter. Auch ein Matchgewinn wäre aber ein sehr schöner Erfolg, wie auch ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Die letzten Schweizer Olympia-Matchgewinne im Einzel realisierten Jeanine Cicognini 2008 in Peking, respektive Thomas Wapp 1996 in Atlanta.

Hier siehst du den Spielplan vom 28. Juli.

 

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